Ein ganz wichtiger Zähler für die Fortuna

In diesem sehr intensiv geführten LandesklasseNachholespiel errang Fortuna Kaltennordheim einen wichtigen Punkt im Ringen um den Klassenverbleib. Dabei standen die Vorzeichen für die Rhöner bei fünf fehlenden Stammspielern nicht gerade günstig. Als dann die spielstarken, aufstiegsambitionierten Gäste mit ihrem ersten Angriff die 0:1-Führung erzielten, schien sich dies zu bestätigen. Fatos Jbishi netzte nach einem Abwehrschnitzer der Platzherren abgeklärt ein (3.). Die Mannschaft von Fortuna-Trainer Andy Möller benö- tigte einige Minuten, um den Schock des frühen Rückstandes zu überwinden. In dieser Phase ergaben sich für die drangvollen Gäste mehrere Einschussmöglichkeiten. Erst nach zwanzig Minuten wurde die Fortuna stabiler und kam über einen hohen Laufaufwand und konsequente Zweikampfführung immer besser ins Spiel. Trotz freier Schussbahn scheiterte Jens Bönewitz an der tollen Fußabwehr von Gästetorhüter Lars Frankenberger. Wenig später stand Ohratals Schlussmann wieder im Blickpunkt, als er Marcus Eisenbach mit rüder Attacke vom Ball trennte, wofür ein Foulelfmeter durchaus angebracht gewesen wäre. Verständlich, dass einige Minuten später, als Schiedsrichter Eugen Ostrin bei einer ähnlichen Situation im FortunaStrafraum auf den Punkt zeigte, die Emotionen der 120 Zuschauer hochschlugen. Ernst Gorf blieb davon unbeeindruckt und vollstreckte zum 0:2 (35.). In der Folge mussten die Hausherren etwas anbieten und sie zeigten sich engagierterim Vorwärtsgang. Aber wegen fehlender technische Mittel, Spielideen oder kreativer Kombinationen gab es kaum Raumgewinn in der Spieleröffnung und der meist lang geschlagene Ball war sehr risikobehaftet. Dieser kam von einer stellungssicheren Gäste-Abwehr meist postwendend zurück und bei den Kontern blieben die Ohrataler stets gefährlich. Dass sich Kaltennordheim noch lange nicht aufgegeben hatte, spürte man sofort nach dem Wiederanpfiff. Ein gefühlvoller Steilpass auf Thomas Markert eröffnete eine Rhöner Druckphase. Zwar scheiterte er aus halbrechter Position an einer erneut starken Fußabwehr von Frankenberger, aberin der Folgezeit drückten die Gastgeber der Partie einige Minuten ihren Stempel auf. Ein Tor wollte ihnen in dieser Phase jedoch nicht gelingen. Ohratal wehrte sich, aber keiner der beiden Mittelfeldreihen gelang es, die Hoheit über das Spiel zu erlangen. Folglich wechselte der Ballbesitz häufig. Nachdem Fortunas Sebastian Krause einen Kopfball von Marty Jung stark gemeistert hatte, stellte auf der Gegenseite, ebenfalls mit Kopfball nach Eckstoß, Kai Kerschner den verdienten Anschluss her (70.). In der Folge wurde die Partie immer intensiver. Kaltennordheim, sicher nicht mit der feinsten fußballerischen Klinge ausgestattet, kam mit einer Angriffswucht, Entschlossenheit und Einsatzwillen daher, sodass Ohratal immer mehr ins Schlingern geriet. Nur einmal noch hätten die Gäste die Entscheidung zu ihren Gunsten herbeiführen können, aber der glücklos agierende Jung nutzte auch diesmal seine freie Schussposition aus acht Metern nicht zu einem Treffer (77.). So verlor Ohratal den Zugriff auf den Gegner, die Rhöner witterten ihre Chance. Die kam in der 81. Minute. Nach einer eklatanten Fehlerkette in der Ohrdrufer Abwehr, angelte sich Jens Bönewitz die Kugel und schob zum 2:2-Ausgleich ein. Drei Minuten später hätte er zum Held des Tages werden können, als er frei aufs Ohrataler Gehäuse zusteuerte. Im Eins-eins-Duell blieb Frankenberger aber Sieger. So sah dann auch Kaltennordheims Trainer Andy Möller den Spielausgang mit einem lachenden und einem weinenden Auge: „Wir haben uns im ersten Abschnitt wieder sehr schwer getan, ins Spiel zu kommen. Da bekamen wir gegen starke Gäste auch die Gegentore. Aber wehr haben uns reingehangen, in der zweiten Halbzeit viel Druck gemacht und das Remis redlich verdient. Schade, dass bei der Riesenchance nach dem Ausgleich nicht noch der Sieg gelang.“ Zu den Chancen seiner Elf auf den Klassenerhalt meinte er: „Wir werden sehen, wie viel der heutige Punkt wert ist. Wir stehen jetzt bei besserem Torverhältnis einen Punkt vor Brotterode und werden in den zwei restlichen Partien in Viernau und zu Hause gegen Steinach alles geben, dass das auch so bleibt.“

Kaltennordheim: Krause; Bönewitz, Quentmeier, Giesler (80. Görtner), Eisenbach, Orf, Markert, Kerschner, Dittmar, L. Salzmann, Pedrazzi (46. Steinmetz).

Ohratal: Frankenberger; Jüngling, Kubirske, Januszek, Jung, Baum, Ludewig, Gorf, Dobranowskij, Reinhold, Jbishi.

Eugen Ostrin (Eisenach)

0:1 Jbishi (3.), 0:2 Gorf (35./Foulelfmeter), 1:2 Kerschner (70.), 2:2 Bönewitz (81.)

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