Offensivaktionen auf beiden Seiten Mangelware

Wer nach dem Landesklassenspiel über den Sportplatz in Kaltennordheim ging, verstand zumindest teilweise, warum es beiden Mannschaften schwer fiel, über die spielerische Komponente für Akzente zu sorgen. So überwog das körperbetonte Spiel mit wenigen Aktionen vor den Toren. Das torlose Remis war dann nur noch die logische Konsequenz. In den ersten Minuten neutralisierten sich beide Mannschaften über weite Strecken. Ein erstes Achtungszeichen setzte der Viernauer Verteidiger Maik Wedekind mit einem Kopfball, der nur knapp das Fortuna-Tor von Lucas Salzmann verfehlte (7.). Der Torhüter der Gäste zeigte sich vier Minuten später bei einem Distanzschuss von Martin Hofmann auf der Höhe. Mit den Fingerspitzen lenkte er den Ball über das Tor. Danach erspielte sich der Gastgeber eine optische Überlegenheit. Roberto Trabert, meist auf der linken Seite agierend, stieß rechts in den Strafraum, fällte aber mit einem Zuspiel fünf Meter vor dem Tor auf seinen Mitspieler Daniel Storandt die falsche Entscheidung. Storandts Versuch wurde von der vielbeinigen Viernauer Abwehr um Organisator Patrick Bräuning geblockt und verpuffte somit. Generell fiel es den Hausherren schwer, zum Abschluss zu kommen. Immer wieder agierten sie bei erfolgversprechenden Aktionen zu zögerlich, sodass Bräuning und seine Mitspieler zumeist leichtes Spiel hatten, um zu klären. So bei einem Konter, als sich Trabert links an der Torauslinie gegen zwei Viernauer Verteidiger durchsetzte, Storandt aber Traberts Flanke auf den langen Pfosten verpasste (20.). Ansonsten dauerte bei der Fortuna das Umkehrspiel zu lange, sodass sich die FSVDefensive immer wieder rechtzeitig formierte. Die Bemühungen der Gäste in Richtung des Tores der Hausherren fanden in den ersten 45 Minuten kaum statt. Mit der Hoffnung auf mehr Offensivaktionen ging es in die Pause. Im zweiten Abschnitt investierte der Gast mehr in das Spiel nach vorne. Allerdings fehlte auf beiden Seiten die nötige Präzision beim finalen Pass, sodass auch nach der Pause Torraumszenen oder gefährliche Aktionen in der Nähe des 16-MeterRaumes Mangelware blieben. Das Spielniveau verflachte zusehends. Bis in die Schlussphase dominierte die körperliche Auseinandersetzung zwischen den Strafräumen das Geschehen. Spannung gab es allerdings noch einmal in der Schlussphase. Zunächst verzog Viernaus Maximilian Arndt, nach schönem Direktpass von seinem Kapitän Karsten Schmidt (78.). Sieben Minuten vor dem Abpfiff scheiterte Trabert nach einem Kaltennordheimer Konter am glänzend reagierenden Alexander Weisheit im FSV-Tor. Beide Trainer zogen enttäuscht das Fazit. „In der ersten Halbzeit vergessen wir, in Führung zu gegen. Der zweite Abschnitt war von beiden Seiten zum Vergessen. Für uns ist der eine Punkt zu wenig“, meinte Fortuna-Trainer Reinhard Stopfel. „Beide Mannschaften spielten sehr körperbetont. Im zweiten Abschnitt bestimmten wir das Geschehen, ohne die nötige Konsequenz und Präzision im Abschluss. Wir gehen mit 17 Punkten in die Winterpause. Damit sind wir von 24 Punkten, meinem Ziel vor dem Saisonstart, um einiges entfernt. Wir müssen nach der Pause zulegen“, lautete die Einschätzung von Daniel Brandt, Trainer des FSV Viernau. Während die Viernauer das Spiel des 15. Spieltages bereits gegen Sonneberg absolvierten, steht die Stopfel-Elf am nächstenWochenende vor dem schweren Gang nach Steinach. Es ist die letzte Chance das Punktekonto (6) aufzubessern und den Abstand an das Mittelfeld nicht schon frühzeitig abreißen zu lassen.

Kaltennordheim: L. Salzmann; D. Wolf, J. Giesler, R. Quentmeier, R. Trabert, M. Eisenbach (62. A. Pedrazzi), K. Kerschner (85. S. Bühner), Ch. Dittmar, A. Orf, J. Greifzu,A. Storandt (89. S. Heller)

Viernau: A. Weisheit; K. Schmidt, K. Jahn, M. Wedekind, P. Bräuning, P. Schulz (65. D. Schirm), A. Strucka, M. Hofmann, R. Schlegelmilch (89. M. Hilpert), M. Funk, M. Arndt

T.Annemüller

 

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