Spät brach der Damm

Eine Minute vor Schluss beendete Stefan Kuot die bisherige torlose Spielzeit für die Isolatoren aus Neuhaus-Schierschnitz in der aktuellen Saison der Staffel 3 der Landesklasse. Das Tor wurde ohne jegliche Emotionen jubellos hingenommen, denn an der erneuten Niederlage von Neuhaus-Schierschnitz änderte es eh nichts mehr. Die Hausherren aus Kaltennordheim indes landeten mit diesem 3:1 einen eminent wichtigen Sieg, der ihnen neues Selbstvertrauen geben dürfte. Dass sie dieses brauchen, zeigten viele Szenen der Partie. Zu ihren bekannten permanenten Besetzungsproblemen kam aktuell auch noch der krankheitsbedingte Ausfall von Torwart Christian Stern hinzu, für den Rico Quentmeier den Kasten hüten musste. Er hatte in einer Begegnung, die selten einmal echtes Landesklassenniveau aufwies, Gott sei Dank nicht allzu viel zu tun. Wenn es einmal spielerisch besser wurde, dann waren dafür die Einheimischen verantwortlich, mit direktem Zug zum Ball und zum Tor, entschlossenem Zweikampfverhalten und einer halbwegs durchdachten Spielanlage. So war ihr Sieg gegen eine enttäuschende Gästeelf jederzeit verdient, die nur Mitte der zweiten Halbzeit für eine Viertelstunde aus ihrer Lethargie erwachte und ansonsten sehr schwach agierte. Bis zur ersten Trinkpause nach 25 Minuten tat sich nicht viel auf dem Platz. Notierenswert war für Kaltennordheim allenfalls eine Direktabnahme von Philipp Scheidler nach Flanke von rechts außen, die ihr Ziel knapp verfehlte (8.). Auch später blieben Torchancen Mangelware. Marcus Eisenbach hatte eine per Kopfball nach Scheidlers Ecke, der knapp über die Latte strich (40.), kurz vor Ende der ersten 45 Minuten erzielten die Gäste ein Tor, das wegen Abseitsstellung keine Anerkennung fand (44.). Vorher machte nur Kuot auf die Gäste aufmerksam, als er eine Flanke direkt verlängerte, das Ziel aber knapp verfehlte (20.) Nach dem Seitenwechsel sandte der als Libero agierende Maik Steinmetz aus dem Mittelfeld eine Bogenlampe in Richtung Tor, der Torhüter Philipp Rauhut mit letztem Einsatz das Einschlagen im linken oberen Toreck verwehrte (53.). Ihre bis dahin beste Gelegenheit erspielten sich die Gäste wenig später. Andreas Ehnes köpfte den Ball nach weiter Flanke über das Gehäuse (55.). Es folgte ein weiteres Abseitstor für sie (60.), das eine gewisse Drangperiode einleitete. Mit langen Bällen versuchten sie die Spitzen in Szene zu setzen. Stefan Kuot traf nur das Außennetz (65.), nach einem gefährlichen Freistoß standen die Spitzen erneut im Abseits, allerdings hatte Quentmeier den Ball gehalten (67.). In diese Drangperiode hinein fiel das längst verdiente Führungstor für die Fortunen. Scheidler war nach einem zwingenden Angriff zur Stelle (69.). Noch versuchten die NeuhausSchierschnitzer, das Blatt zu wenden, taten dies aber zu ungeschickt und insgesamt zu harmlos. Die energische Vorarbeit von Marcel Weyh veredelte auf der Gegenseite Christian Dittmar zum 2:0 (80.). Als wären die Dämme nun gebrochen, schob Scheidler den Ball in einer über weite Strecken chancenarmen Partie auch noch zum 3:0 über die Linie (84.), kurz vorher blieb ein starkes Solo vom Kaltennordheimer Johannes Greifzu unbelohnt (82.). Aber Kuot traf noch zum 3:1.

Kaltennordheim: Quentmeier; Fuß, Markert, Oehler, Eisenbach, Steinmetz, Dittmar, Bäuml (50.Weyh), Salzmann, Scheidler (86. Bühner)

Neuhaus-Schierschnitz: Rauhut; Meusel, Wohlleben, Schmidt, St. Gelhaar, M. Gelhaar, Stammberger (71. Schramm),Kuot,Motschmann, Ehnes, Mathes(85. Schroeter)

Schiedsrichter: Lukas Riedel (Zella-Mhelis)

Tore: 1:0 Scheidler (69.), 2:0 Dittmar (80.), 3:0 Scheidler (84.), 3:1 Kuot (89.)

Zuschauer: 145

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