Unter die Räder gekommen

Sicher hatten sich die Gäste der SG RSV Fortuna Kaltennordheim dieses für sie im doppelten Sinne verregnete Wochenende in der Fußball-Landesklasse anders vorgestellt. Erst am Samstag die unnötige 2:4-Niederlage gegen die bisher auch überzeugend aufspielenden Elf von Jürgen Heun aus Gotha-Siebleben und zwei Tage später, am montäglichen Feiertag, das 0:5-Debakel bei der Eintracht aus Hildburghausen. So konnte man es dem Fortuna Trainer Reinhard Stopfel unmittelbar nach Spielende nicht verdenken, als er sagte: „Kein Kommentar zum Spiel.“ Zudem hatten einige Entscheidungen des Unparteiischen Lukas Riedel aus Zella-Mehlis, die aber nicht spielentscheidend waren, den Gästetrainer aufgebracht. Aber in erster Linie liegen die Nerven wohl wegen des schwachen Saisonstarts der Mannschaft bei einigen blank. Eine verunsicherte Fortuna fand von Beginn an kein Rezept, eine stürmisch beginnende Eintracht aus Hildburghausen auf dem ungeliebten Kunstrasenplatz in Hildburghausen in die Schranken zu verweisen und selbst mit Angriffsfußball zu beeindrucken. Vorn war bei den Gästen Daniel Storandt, der noch gegen Siebleben beide Tore erzielt hatte, oft auf sich allein gestellt und wurde viel zu selten gut in Szene gesetzt. Hinzu kam, dass der von Viernau nach Kaltennordheim gewechselte Angreifer, schon leicht angeschlagen in die Partie ging und kurz vor der Halbzeit durch Roberto Trabert ersetzt werden musste. „Wenn du nach der Oberschenkelverletzung gegen Siebleben nur 60 Prozent von deiner normalen Leistung abrufen kannst, geht du schon arg gehandikapt in diese Begegnung,“ sagte der Gäste-Angreifer. Nach nur fünf Minuten musste der etatmäßige Feldspieler Lukas Salzmann im Tor der Gäste das erste Mal hinter sich greifen, nachdem er schon bei einer Aktion von Sandro Eichhorn in der zweiten Minute Klasse gezeigt hatte und das Leder zur ersten von vier Hildburghäuser Ecken der ersten Hälfte abgewehrt hatte. Durch das schnelle Führungstor beflügelt, setzte die Eintracht weiter auf Offensive. Salzmann und seine unmittelbaren Vorderleute standen immer wieder im Mittelpunkt des Geschehens. Aber es blieb zunächst dank Salzmanns beim mageren 1:0 aus Sicht der Gastgeber, die auch zu Beginn der zweiten Halbzeit weiter klar den Ton angaben und folgerichtig durch einen gut vorgetragenen Konter durch Gottwalt die Führung ausbauen konnten. Als die Fortuna noch versuchte, diesen Rückstand geistig zu verarbeiten, fiel knappe zwei Minuten später durch Tobais Holl das entscheidende 3:0 im Überzahlspiel. Damit war wohl auch die letzte Gegenwehr der Gäste aus der Rhön gebrochen. Das vierte und fünfte Tor der Gastgeber unterstrich diese Feststellung nur. Den Gästen gelang wenig, dem Gastgeber fast alles. Die beste Chance zu einem Treffer besaß da noch Stefan Heller, als er nach knapp einer halben Stunde frei auf der rechten Seite an das Leder kam aber schlecht zum Ball stand und ihn neben das Tor schoss. Allerdings war der Ball auch schwierig zu nehmen. Insgesamt agierten die Schützlinge von Reinhard Stopfel einfach mit zu viel Respekt und waren zumeist in der Abwehr gebunden. Zudem stimmte die Zuordnung und die Übersicht in der Abwehr bei der Fortuna nicht. Aber entscheidend für den schlechten Tabellenplatz scheint, dass Fortuna keinen Führungsspieler besitzt und die Decke an guten Akteure dünn besät ist. Wie schon am Samstag fehlten drei Stammakteure.

Hildburghausen: Jacobi, M. Schmidt (70. Neundorf), Kupfer, Kirchner, Heinrich, Eichhorn, Gottwalt (63. Adersch), Holl, Rottenbach, Schleicher, J. Schmidt.

Kaltennordheim: Salzmann, Heller, Giesler, Storandt (44. Trabert), Wagner (81. Bühner), Steinmetz, Dittmar, Predazzi (61. Eisenbach), Quentmeier, Orf, Greifzu.

Riedel (Zellas-Mehlis)

Tore: 1:0 Gottwalt (5.), 2:0 Gottwalt (54.), 3:0 Holl (56.), 4:0 Eichhorn (61.), 5:0 J. Schmidt (74.)

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