Wir müssen uns etwas einfallen lassen

In der Fußball- Landesklasse Süd musste die SG Kaltennordheim, aktuell Tabellensechster, mit dem Remis gegen den SV Steinach, Fünfter des Tableaus, zufrieden sein. Besonders in der zweiten Hälfte hatte der Gast einige sehr gute Tormöglichkeiten zum Sieg, konnte diese aber nicht nutzen. Die Rhöner mussten auf ihren Torhüter verzichten, der im letzten Spiel gegen Borsch schwer verletzt wurde, „sich aber auf dem Weg der Besserung befindet.“, so sein Trainer Reinhardt Stopfel. Dieser war so gezwungen, mit Rico Quentmeier einen etatmäßigen Feldspieler in den Kasten zu stellender seine Sache gut machte. Schiedsrichter Steffen Krech hatte es nicht leicht in der hitzigen Begegnung. Die Spieler in beiden Reihen ließen bei vielen lautstarken, mehrfach auch sehr unsachlich geführten Disputen viel Kraft, die ihnen dann im Spiel fehlte. So entwickelte sich eine nur mit mittelmäßigem Niveau ausgestattete Partie. Für den ersten spielerischen Höhepunkt sorgte der Gastgeber (5). Der bis zur seiner Auswechslung auf der linken Seite stark agierende Tobias Wilhelm war auf dem Flügel durchgebrochen. Seine Rückgabe erreichte Thomas Markert, der aus zehn Metern knapp verzog. Bis zur 19. Minute passierte wenig. Durch eine Steinacher Ecke von links wurde das 1:0 aus Sicht der Gäste eingeleitet. In der Abwehr der SG stimmte die Zuordnung nicht, sodass Sebastian Wenke im Fünf-Meter-Raum frei stand und nur noch einzuschieben brauchte. Danach erspielte sich die Heim-Elf eine optische Überlegenheit, war aber im Abschluss zu uneffektiv (Christian Dittmar). Wenn es vor dem Gästetor einmal gefährlich wurde, war meistens Tobias Wilhelm der Vorbereiter. Gästetrainer Christian Häusler war hörbar unzufrieden mit seiner rechten Abwehrseite. Wilhelm war es auch, der den Ausgleich einleitete. Einmal mehr war er auf der linken Seite durchgebrochen und setzte Thomas Markert im Strafraum in Szene. Der konnte nur auf Kosten eines Elfmeters gestoppt werden. Häusler hatte vorher ein Handspiel gesehen und reklamierte lautstark, sodass der Schiedsrichter den Trainer von der Bank verwies. Seine Entscheidung nahm er freilich nicht zurück. Kai Kerschner verwandelte vom Punkt sicher zum 1:1-Ausgleich. Häusler war anschließend Sportsmann genug, dass er seinen Fehler einsah und sich bei Steffen Krech entschuldigte. Wohltuend auch, dass er im zweiten Abschnitt, wenn auch nicht mehr von der Bank, immer wieder versuchte, beruhigend in der hektischen Atmosphäre auf seine Spieler einzuwirken. Die zweite Halbzeit gehörte dem SV aus Steinach. Unmittelbar nach dem Anpfiff tauchten sie mit drei Mann vor dem Tor von Rico Quentmeier auf. Christopher Hopf traf die falsche Entscheidung. Anstatt zu passen oder platziert abzuschließen, brachte er das Kunststück fertig aus kürzester Distanz den Ball neben das Tor zu schieben. Kaltennordheim versuchte sich im Angriffen mit Schüssen aus der Distanz, die aber knapp ihr Ziel verfehlten oder geblockt wurden. In den letzten 30 Minuten dominierte der Tabellenfünfte die Begegnung. Mehrfach überwand er schnell das Mittelfeld und war im Angriff in Überzahl, ohne die Möglichkeiten zu nutzen. Das hätte sich fast noch für die Gäste gerächt, denn die letzte Chance hatte Andreas Grams, der in deren Strafraum eingedrungen war und gerade noch geblockt werden konnte (88.). Reinhardt Stopfel war nicht zufrieden: „In der zweiten Halbzeit waren wir nicht mehr anwesend. In der Abwehr fehlen mir drei Spieler aus meiner Viererkette. Vor allem Florian Döll wird schmerzlich vermisst. Wir müssen uns dort etwas einfallen lassen.“ Auch sein Gegenüber freute sich nur teilweise über den Punkt: „Es ist für jeden schwer, hier etwas mitzunehmen. Unsere Spielweise war in Ordnung. Dass es nicht mehr wurde, lag nicht am Schiedsrichter, sondern an unserer schlechten Chancenverwertung.“

Kaltennordheim: Quentmeier; Fuß, Wolf, Markert, Dittmar (56. Wagner), Kerschner, Steinmetz, Dressler, Wilhelm (79. Grams), Scheidler, Leutbecher

Steinach: Eichhorn, Pflügner, Wenke, Telser, Lorenz, Steiner (60. Gröger), Sesselmann, Barthelmann (87. Walther), Paul, Hopf, Rosenbauer (64. Petermann

Schiedsrichter: Krech (Breitungen)

Tore: 0:1 Wenke (19.), 1:1 Kerschner (FE 38.);

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