Gläserne Weltkugel“ für hoffnungsvolle Talente

Dass aus einem jungen Talent möglicherweise einmal ein „Mann von Welt“ wird, dafür ist Julius Trautvetter ein gutes Beispiel. Der Musikstudent, den so mancher vielleicht noch mit wilden Rasta-Zöpfen kennt, als jemand, der zu den bunten Abenden am Dr.-Sulzberger-Gymnasium in Bad Salzungen durch tolle Klaviermusik beeindruckte, steht kurz vor seinem Diplomkonzert. „Die Einladung, zur Talenteehrung zwei Stücke zu spielen, habe ich gerne angenommen“, sagte er. „Dann habe ich mich fast an meinem Müsli verschluckt, als ich im Programm las, dass ich eine Rede halten soll.“ Julius Trautvetter sollte den Kindern und Jugendlichen, den Eltern, Lehrern und Trainern der Talente von heute erklären, wie er zum Talent geworden ist. „Dabei kann ich noch gar nicht sagen, ob mein Plan aufgeht. Aber ich bin zuversichtlich“, erklärte der junge Mann. Er habe immer gewusst, es mit der Musik probieren zu müssen, um es nicht irgendwann zu bereuen. „Die Musik war immer tief in mir drin.“ Daran änderte auch ein ziemlich strenger Dozent nichts, der nach gemeinsamem Spiel am Klavier immer nur den Kopf geschüttelt hätte. „Nach einem langen Workshop, bei dem ich erfahren habe, dass es nicht auf Virtuosität und technische Fähigkeiten ankommt, sondern darauf, dass man die Menschen berühren kann, war mir bewusst, dass ich etwas kann.“ Diese Veränderung habe auch der strenge Dozent bemerkt, und von da an hätten die beiden zusammen Musik machen können. „Musik kommt nicht aus den Fingern, sondern irgendwo zwischen hier und hier“, sagt Julius Trautvetter zu den Leuten im Saal und zeigt dabei auf Herz und Kopf. „Macht Musik, seid ehrlich zu euch selbst, findet eine Aussage und versucht, sie zu formulieren“, forderte er die mehrheitlich noch jungen Talente auf. Was für die Musik gilt, trifft genauso auf die anderen Bereiche zu, in denen man ein besonderes Talent haben kann: im Sport, in der Mathematik, Physik, in der Malerei oder auch im sprachlichen Bereich. Zirka 200 Vereine, Schulen und andere Einrichtungen des Landkreises waren aufgerufen, Schüler, die durch besondere Talente Aufmerksamkeit auf sich gelenkt hatten, für die Talenteehrung 2013 vorzuschlagen. „Aus über 60 Einsendungen haben wir 27 ausgewählt“, sagte Landrat Reinhard Krebs. „Das sind Einzel- und Mannschaftssportler, Sprachtalente, Mathematiker und Musiker.“ Sie sollten eine Urkunde sowie eine „Gläserne Weltkugel“ als Ehrung erhalten. Blumen gab es für die jeweiligen Lehrer, Trainer und Übungsleiter. Man wolle unbedingt an der Talenteehrung festhalten, um die Begabungen der Kinder und Jugendlichen zu würdigen, aber auch den Einsatz und das Engagement der Eltern und Betreuer. Dass besondere Talente meist gleichzeitig Multitalente sind, zeigte sich auch bei den dieses Mal ausgezeichneten Mädchen und Jungen. Keine Frage also, dass einige der geehrten Talente auch die künstlerische Umrahmung der Veranstaltung sicherstellten: Till Neumann, von der Musikschule „Johann Sebastian Bach“ Eisenach spielte eine „Mazurka“, Eric Graupner und Jonas Sachrau vom Budozentrum Wartburgkreis e.V. zeigten, wie man sachgerecht den sportlichen Gegner zu Boden zwingt, und David-Manuel Kölzner von der Musikschule Wartburgkreis, zeigte Sportsgeist auf dem Akkordeon. Sein „Flick-Flack“ von Albert Vossen kam jedenfalls ziemlich sportlich rüber. Den musikalischen Abschluss bildete dann noch einmal Julius Trautvetter am Piano.

Namen, die man sich merken darf

Weltmeister mit Dreizehn, Deutscher Meister mit Zwanzig, D-Junioren, die Landesklasse spielen – das sind Kinder und Jugendliche, bei denen man gar nicht mehr von „Jungen Talenten“ sprechen möchte. Es sind erfolgreiche Sportler. Von Sandra Kruse Räsa – Am Freitag wurden sie und ihre Übungsleiter mit der „Gläsernen Weltkugel“ ausgezeichnet, mit welcher der Wartburgkreis seine Talente ehrt. Zum nunmehr 2. Tag der Talente des Wartburgkreises rief Landrat Reinhard Krebs zunächst Mannschaften und Einzelsportler aus dem Bereich des Kreissportbundes Eisenach auf die Bühne in der Regelschule „Am Ulsterberg“ in Räsa. Viel Beifall gab es für die Mädchen und Jungen, auch für ihre Lehrer und Übungsleiter, vom Publikum. Zu Gast waren unter anderen Gerd Darr, der Vorsitzende des Kreissportbundes Bad Salzungen, und der 1. Vizepräsident des Thüringer Fußballverbandes, Peter Brenn. Die Beach-Volleyballer, das Junioren- Team vom 1. TSV Bad Salzungen 1990 waren die Ersten, die aus dem Bereich des Kreissportbundes Bad Salzungen geehrt wurden. Die Jungs von Burkhard Durner hatten einen 5. Platz bei der Thüringer Meisterschaft geholt und spielen im Landeskader in der Auswahl Thüringen. Die D-Junioren vom Fischbacher Sportverein hatten eine richtig heiße Saison. Die Fußballer holten sich den Kreismeistertitel, den Hallenkreismeister, den Supercupsieg in ihrer Altersklasse und stiegen in die Landesklasse 11/12 auf. Leichtathletik ist die Sportart, in der Julia Reikowski vom 1. TSV Bad Salzungen 1990 sehr gute Erfolge vorweisen kann. Die Zehnjährige erreichte den 1. Platz bei der Westthüringer Meisterschaft im Weitsprung 2013 und 2011 sowie den 3. Platz 2011 im Sprint. Einen Thüringer Meister, Erstplatzierten der Landesjugendspiele und des Sömmerdaer Unstrutpokals holte der Landrat mit Dimitrij Sterk vom ASV Alemania 92 Bad Salzungen auf die Bühne. Der Ringer ist elf Jahre alt und wird von Manfred Maca trainiert. Eine lange Erfolgsliste wurde auch für Julian Reum vom Wintersportverein 1907 Steinbach verlesen. Der neunjährige Schützling von Uwe Schunk fühlt sich auf Skiern wohl. Seine Siegesreihe: 1. Platz Landesmeisterschaft nordische Kombination, 2. Platz Landesmeisterschaft Skispringen, 3. Platz Thüringer Meisterschaften Skilanglauf und Skibezirksmeisterschaften Inselberg im Langlauf 2013 sowie 1. Platz Endstand Pokalwertung Skibezirk Inselberg 2012/2013. Auch der Name Adrian Dubravcic gehört zu den Namen, die man sich merken darf für möglicherweise große Sportlerkarrieren. Der 18-Jährige von der Schützengesellschaft Barchfeld/ Werra 1886 ist Sportschütze und kann eine enorme Bilanz vorweisen: Er ist deutscher Meister Schnellpistole (Junioren B) sowohl im Einzel als auch in der Mannschaftswertung. Zudem hält er mit seiner Mannschaft den deutschen Rekord Schnellpistole in der Klasse der B-Junioren. Er errang einen zweiten Platz bei der deutschen Meisterschaft in der Kategorie Kleinkaliber-Sportpistole in seiner Klasse sowie den Landesmeistertitel in der Kategorie Schnellfeuerund KK-Sportpistole. Außerdem ist Adrian Dubravcic Kreismeister und Kreisrekordhalter in mehreren Pistolendisziplinen. Damit war die Kategorie Sport zur Talenteehrung 2013 eigentlich abgearbeitet. Allerdings waren in den nächsten Blöcken neben Mathematikern, Naturwissenschaftlern, Sprachtalenten und Musikern auch Sportler unter den zu Ehrenden: Dominik Beutel von der „Moorgrundschule“ in Gumpelstadt ist ein Judo-Talent. Der Neunjährige, trainiert von Roland Daigorat und Marcus Kitzing vom SV Medizin Bad Liebenstein 1990, siegte 2012 beim Internationalen Sparkassenpokal in Jena, beim Jugendpokal Schmalkalden und beim Brunnentempelturnier. Emma Römhild, ebenfalls von der Moorgrundschule, wird von Ina Heyer vom Schwimm- und Sportverein Bad Salzungen. trainiert. Die Zehnjährige stand unter anderem bei den Kreismeisterschaften in Apolda in mehreren Disziplinen auf dem obersten Treppchen. Mit einem strahlenden Lächeln kam Nicole Heiduck von der Regelschule Stadtlengsfeld auf die Bühne. Sie ist 13 Jahre alt und Weltmeisterin im Kickboxen. Dass Talente oftmals Multitalente sind, zeigt Marie Radike. Sie wurde am Tag der Talente für ihre musikalischen Leistungen geehrt und für ihre Erfolge im Schwimmen, wo sie erste und zweite Plätze bei den Thüringer Schwimmwettkämpfen erzielte.

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