Not-Elf ohne Chance

Für die Schwarz-Gelben aus Kaltennordheim gab es erwartungsgemäß bei der favorisierten SG nichts zu holen. Folglich geht die Elf von Reinhard Stopfel mit nur sechs Zählern aus 14 Spielen in die Winterpause. Erschwerend kam für die Rhöner einmal mehr hinzu, dass sie mit argen Personalsorgen anreisten. Deswegen musste sogar RSV-Präsident Stephan Heym die Schuhe noch einmal schnüren und in der zweiten Hälfte aushelfen. Der Kunstrasen war von der Sonne ordentlich „beheizt“ worden und bot den Kickern für die Jahreszeit ganz gescheite Bedingungen. Das wussten aber zunächst nur die Kaltennordheimer zu schätzen und begannen die Partie verheißungsvoll, während die Steinacher die ersten zehn Minuten regelrecht verschliefen und viel zu lasch agierten. Die Strafe vollstreckte Daniel Storandt mit einem Lupfer über den herauseilenden Torwart Stefan Schott (8.). „Siehst du, das meine ich“, gestikulierte Meyer an der Seitenlinie Richtung Verteidigung. „Das ist derzeit unser Hauptproblem“, schien der Trainer dabei zu verzweifeln: „Da basteln wir herum, um in diese Abwehr trotz der Personalnot etwas Stabilität zu bekommen und dann so etwas.“ Doch der Gegentreffer rüttelte die Hausherren wach und brachte überraschend schnell den Ausgleich: Christopher Hopf zirkelte einen Eckstoß direkt in den Kasten der Rhöner, wobei Torwart Lukas Salzmann keine gute Figur abgab (1:1/12.). Ähnlich auch beim zweiten Steinacher Treffer: Offensichtlich ließ sich der Gästeschlussmann beim satten Freistoß von Stephan Wild (2:1/35.) vom hereinspringenden André Gottschalk irritieren, sodass der Ball ohne weitere Berührung im Fortuna-Gehäuse einschlug. Dabei verletzte sich Salzmann an der Hand, ließ sich behandeln und als Feldspieler wieder einwechseln, was mehr der Personalnot beim Gast als der Unverzichtbarkeit des Schlussmanns geschuldet war. Allerdings war die Partie dafür gut zehn Minuten unterbrochen worden. Schneller nahmen die Steinacher wieder Fahrt auf und machten exakt da weiter, wo sie vor dem Seitenwechsel aufgehört hatten. Wieder einmal trat Wild zum Freistoß an; nur diesmal war Kapitän Falko Barthelmann ein dankbarer Abnehmer. Mit einem unhaltbaren Kopfball erhöhte er für die Heimelf auf 3:1 (43.). Und wenige Sekunden später ging es erneut auf der linken Angriffsseite zur Sache. Wild chipte den Ball durch auf Barthelmann, der in den Kaltennordheimer Strafraum tanzte, aber überraschend auf den heranstürmenden Gottschalk zurücklegte, der wiederum den Ball aus vollem Lauf in die Maschen nagelte – unhaltbar (4:1/44.). Die Partie war also zur Pause schon entschieden. „Und genau das war unser Problem“, bedauerte Meyer die Situation. „Ich hätt’ gerne a weng mehr Fußball gesehen, aber das Ding war bei vielen im Kopf schon durch“, erklärte er. Zerfahren und mit hoher Fehlpassquote begannen die in Führung Liegenden. Die Gäste indes stellten sich geschickt hinten rein, wollten sich offensichtlich nicht abschlachten lassen und lauerten stattdessen auf Fehler des Gegners – mit Erfolg: Nach einem dieser zahlreichen Steinacher Fehlabspiele legten die Gäste blitzschnell den Hebel um – Alexander Orf verkürzte eiskalt auf 4:2 (56.) und hatte damit Stopfels Taktik bestätigt. Nur blieben weitere Erfolgsmomente bei den Gästen aus. Stattdessen hobelte Barthelmann einen Freistoß glücklich zum 5:2 (80.) in den Kasten der Rhöner. Glücklich deshalb, weil der Torwart nicht nur seine Mauer, sondern auch sich selbst falsch postiert hatte. „Die zweite Halbzeit konntest du dir sparen“, resümierte Meyer und hob einer Ausnahme hervor, denn seine Mannschaft ließ es sich nicht nehmen, den 80 zitternden Fans einen Glühwein auszugeben.

Steinach: S. Schott; D.Wenke, J. Möller, N. Tanneberg, D. Lorenz, S.Wild, B. Sesselmann, F. Barthelmann, F. Kirchner (R. Steiner), C. Hopf (62. C. Nguyen),A. Kottschalk

Kaltennordheim: L. Salzmann, D. Wolf, S. Heller, J. Giesler, R. Quentmeier, M. Fischer (46. St. Heym), M. Steinmetz, C. Dittmar, A. Orf, S. Bühner (71. D. Ender), D. Storandt

Ch. Möbius

0:1 Storandt (8.), 1:1 Hopf (12.), 2:1 Wild (35.), 3:1 Barthelmann (43.), 4:1 Gottschalk (44.), 4:2 Orf (56.), 5:2 Barthelmann (80.)

 

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