Schön gewinnt kein Fussballspiel

Morgens, halb 10 in Eisenach …Von wegen Frühstück – daran ist jetzt nicht zu denken.

Stattdessen wird mir immer mehr bewusst – ich bin auf dem Weg zum Finale, als Mitglied der Nationalmannschaft. Gleich kommt der ICE und auf geht´s nach BERLIN …

Aber noch einmal von vorn: Im Namen der Mädels vom Fischbacher Sportverein habe ich an einem Fotowettbewerb beim Marco Tozzi Stiletto Kick teilgenommen – mit unserem Mannschaftsfoto vom letzten Sportfest. Unter dem Motto: „So sehen Sieger aus …“ haben wir dann nahezu 200 Stimmen erhalten und es in die Top 11 geschafft. Die Top 11 des Fotowettbewerbs bilden nun die Marco Tozzi Stiletto Kick Nationalmannschaft. Unglaublich, das wir es so weit geschafft haben. Der Hauptpreis war eine WM-Endspiel-Party – incl. TV, Sekt und allem, was sonst noch dazu gehört und genau den wollten wir ja. Allerdings bekommt man den nicht nur für das Foto. Wie es sich beim Sport gehört, muss man darum spielen. Nun, das schreckt eine Fußballspielerin ja zunächst wenig, aber dieses Spiel fand sprichwörtlich auf einer höheren Ebene statt.

Nun sitze ich also im Zug und bereite mich auf das Spiel vor – ziemlich schwierig, wenn man bedenkt, dass man nun plötzlich Nationalspielerin ist. Als Fan und Unterstützer ist meine Schwester dabei, die, so gut es geht, versucht, Aufbauarbeit zu leisten. Irgendwie steigt langsam die Spannung, auf das, was einen erwartet, die anderen NATIONALSPIELERINNEN, auf das Spiel.

13:30 Berlin, Bundespressestrand – bei gefühlten 40 Grad kommen wir endlich an, das Wetter ist wirklich toll, die Location auch – Strand, Palmen, Cocktailbars und jede Menge gut gelaunte Leute. Wir werden am PR-Stand von Orsay und Marco Tozzi auch gleich freundlich begrüßt, ein paar „Gegnerinnen“, die ja eigentlich auch Nationalmannschaftskameradinnen sind, sind auch schon da. Sofort bekomme ich den Schwarzen Peter der einzigen aktiven Fußballerin zugeschoben. Na danke, dass kann ja lustig werden. Ein älterer Herr fragt aus seinem Strandkorb, ob auch noch andere Spielerinnen der Nationalmannschaft kommen …

14:00 Nun bekommt jeder seine Ausrüstung – schwarze Shorts, ein Fußballshirt, Stulpen in grellstem Pink und dazu die „Fußballschuhe“ – Stilettos von Marco Tozzi – Absatzhöhe 10,5cm – jetzt weiß ich, warum ich eine Einverständniserklärung unterschrieben habe. OK, nun schnell umziehen. Dann läuft die Mannschaft ein – bloß immer Haltung bewahren – und immer schön auf den Zehenspitzen laufen, sonst sinkt man sofort in dem weichen Sand ein. Sofort ziehen wir alle Blicke auf uns – das ist schon sehr ungewöhnlich, wenn eine Fußballmannschaft auf High Heels einläuft. Die Schuhe sehen echt schick aus und sind auch erstaunlich bequem – aber zum Kicken ? Wir werden sehn. Nun geht es also los – es gibt zum Glück „nur“ ein Torwandschießen auf befestigtem Boden. Das hatte ich ja gestern Abend schon geübt – mit Julia als Drillinstructor-mäßige Trainerin und Lisa und Caro als Torwand. Da hatte ja alles noch ganz gut geklappt – allerdings waren die Absätze da nur halb so hoch…

Gegen 14:30 bin ich nun also dran – die Aufregung ist nahezu nicht mehr auszuhalten. Sofort wird wieder der schwarze Peter laut: „Wir erwarten von dir einiges … , du bist die einzige, die spielen kann“ (na, wenn die wüssten…).Ok, nun gilt‘s – Ball hinlegen, gar nicht so einfach (ich glaube, ich kann Julia hören -„Nadine – und konzentrier Dich …“) – ich „laufe “ an, konzentriert und halbwegs sicher und treffe sogar den Ball optimal – der ist drin …. . Ich kann es gar nicht fassen – damit bin ich eine Runde weiter. Den Ball halbwegs in Richtung der unteren Torwandöffnung zu befördern, scheint noch einigermaßen machbar zu sein, aber oben zu treffen, ist nahezu unmöglich. Ich versuche es mal mit Lupfen – knapp, aber vorbei. So reicht zum Glück der eine Treffer zum Erreichen der nächsten Runde. Bei manchen Kameradinnen waren übrigens Mensch und Material eher gefährdet, als die Torwand – wer jetzt lacht, möge es selbst einmal probieren – die Schuhe habe ich als Souvenir bekommen…

Nun geht es also darum, aus den letzten 6 die ersten 3 Plätze auszuspielen, es geht jetzt nicht mehr nur um Treffer, sondern um Punkte – leider habe ich ein Spiel verloren, und eines unentschieden gespielt – so habe ich trotz eines Treffers leider das Finale verpasst. Ja, das ist schon schade – ich hätte gern so einen tollen Pokal mit nach Fischbach gebracht.Nun geht es zur Siegerehrung – jeder bekommt eine Medaille und einen Gutschein für Schuhe und Taschen. Schade, dass es kein Pokal geworden ist. Immerhin ist es ein „Top 6“-Platz geworden – aber verloren habe ich eigentlich nichts. Ich habe jede Menge nette und lustige Menschen getroffen und einen interessanten und vor allem anstrengenden Nachmittag verbracht. Abends wollen wir noch Berlin unsicher machen, aber der Tag steckt doch ganz schön in den Knochen. So geht nur noch schnell ein kurzer Absacker und dann ab ins Bett.

Am nächsten Tag geht es wieder nach Hause – im Gepäck eine Medaille, den Gutschein, einen pink-weißen Ball für die Mädels und eine wirklich gute Erkenntnis – Stilettos sehen zwar gut aus und Frau kann damit sogar den Ball beherrschen – aber zum Fußballspielen nehm ich trotzdem lieber die abgenutzten Lederschuhe. 10mm Nocken sind im am Platz eben doch komfortabler, als 10cm High-Heels, denn – wie sagte schon Ribéry – „Schön gewinnt kein Fußballspiel“.

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